Am 16. März 1867 wurde Carl Corbach in Lütgendortmund geboren. Seit früher Kindheit galt seine ganze Liebe ausschließlich der Geige. Sein musikalisches Talent wurde zielstrebig von seinem musikbegabten Vater gefördert. Auftritte als Zehnjähriger in öffentlichen Konzerten brachten ihm Bestätigung und Ansporn.

Die Übersiedlung seiner Familie nach Köln 1881 ermöglichte dem Vierzehnjährigen den erfolgreichen Besuch des Konservatoriums. Bereits nach vier Jahren Musikstudium stand dem jungen Künstler die große Welt offen. Die ersten Stationen seiner künstlerischen Laufbahn als Konzertmeister waren 1889 Hamburg und 1890 Petersburg.

1891 zog Corbach, dem internationalen Ruf des Loh-Orchesters folgend, in die Musikstadt Sondershausen, die für 56 Jahre seine Wirkungsstätte und Heimat wurde. Er übernahm unter der Leitung des Fürstlichen Hofkapellmeisters Prof. Carl Schroeder die Stelle des 1. Konzertmeisters und fand eine Lebensaufgabe, die in vollem Einklang mit seiner künstlerischen Berufung stand. 1901 wurde er Hofkonzertmeister.

Für seine Leistungen verlieh ihm das Fürstenhaus 1906 zwei wertvolle alte Violinen aus dem Nachlaß des Prinzen Leopold, eine Stradivari (1715) und eine Amati (1691). Beide Instrumente spielte er bis an sein Lebensende.

Nach seiner Ernennung zum Professor im Jahr 1910 übernahm er ein Jahr später die Leitung der Hofkapelle als Hofkapellmeister. Er sicherte den Erhalt von Orchester und Konservatorium.

1930 wurde Professor Corbach Mitglied der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste.

Im Alter von 67 Jahren gab er 1934 die Leitung des Loh-Orchesters ab, das Rektorat des Konservatoriums hatte er noch bis 1938 inne.

Am 11. Juni 1947 starb Professor Corbach an den Folgen einer Lungenentzündung.
Carl Corbach hat die kleine Stadt Sondershausen zu einem klingenden Mittelpunkt für namhafte Musiker, Musikstudenten und -liebhaber aus aller Welt gemacht. Er ließ nichts unversucht, die glanzvollen Traditionen Sondershäuser Orchester- und Kammermusik fortzusetzen.

1887 wurde er vom Grafen Hochberg als 1. Kapellmeister an die Königliche Hofoper in Berlin berufen und führte diese Stelle ein Jahr aus, bevor er 1888 die Leitung des Stadttheaters in Hamburg übernahm. Zusätzlich war er als Lehrer am Hamburger Konservatorium tätig und beteiligte sich an den Kammermusik-Abenden der Philharmonie.

1890 wurde das Fürstliche Konservatorium Sondershausen zum Hofinstitut und Professor Schroeder erneut mit der Direktion betraut.

Schroeders reiches Schaffen auf dem Gebiet der Komposition begann in Sondershausen. Von seiner umfangreichen kompositorischen Tätigkeit zeugen unter anderem Werke wie, ein Streicher - Trio, zwei Streichquartette, drei Symphonien und drei Opern „Aspasia“ (1890), „Der Asket“ (1892) und „Die Palikaren“ (1905).

Ab dem Jahre 1905 leitete Prof. Schroeder in der Lohspielzeit die Nachmittags- und Konzertmeister Corbach die Abendkonzerte. Im März 1907 wurde ihm das Prädikat „Hofrat“ verliehen, bereits einen Monat später nahm Schroeder Abschied von der Leitung der Hofkapelle, der Oper sowie dem Direktorat des Konservatoriums und ging in den Ruhestand.

In dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um das Musikleben beschloß der Stadtrat von Sondershausen, Professor Schroeder 1928 zum Ehrenbürger der Stadt Sondershausen zu ernennen.
1935 wurde der Aufenthalt Carl Schroeders in Sondershausen zum Anlaß genommen, die Poststraße, in der sich das Konservatorium befand, in Carl-Schroeder-Straße umzubenennen. Noch im gleichen Jahr verstarb Carl Schroeder in Bremen.
Anlässlich seines 100. Geburtstages 1948 widmete die Musikstadt Sondershausen dem Gründer des Konservatoriums eine hölzerne Gedenktafel im Konservatorium. Als bleibende Erinnerung trägt seit 1987 auch die Kreismusikschule Sondershausen seinen Namen.

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Clair
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Webmaster und Blogger
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Clair, geb. 1966, aufgewachsen in Sondershausen, lebt heute in Baden-Württemberg. Sie ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Hobbys sind Ahnenforschung und Fotografie, außerdem ist sie mit Leidenschaft Webmasterin und betreibt mehrere eigene Webprojekte.

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