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Als ich diese Meldung gestern im Radio gehört habe, dachte ich zuerst, ich hätte mich verhört. Anscheinend doch nicht. In der katholischen Kindertagesstätte im Mainzer Stadtteil Weisenau soll das tatsächlich passiert sein. Angeblich sollen dort Kinder andere Kinder durch massive Drohungen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Das zuständige Jugendamt und die Staatsanwaltschaft wurden eingeschaltet.

KindergartenDie Staatsanwaltschaft kündigte ein Ermittlungsverfahren an. Es müsse geprüft werden, ob das Personal die Aufsichtspflicht verletzt habe.

Das klingt für mich jetzt sehr befremdlich. Es wird nur danach gefragt, ob das Personal die Aufsichtspflicht verletzt hat? Zuerst einmal sollte man wohl eher nachfragen, von welchem Kind diese Aktion ausgegangen ist. Kinder im Kindergartenalter kommen doch nicht von selbst auf die Idee, sexuelle Handlungen vor zu nehmen und schon garnicht unter Androhung von Gewalt. Da muss es doch ein Kind geben, das solche Dinge selbst erlebt hat. Da gilt es doch, dieses Kind zu ermitteln und vor weiteren Übergriffen zu schützen.

Unter dem auf der Webseite des SWR dazu erschienen Artikel schreibt Leser AndreasAU am heuteigen 11.06.201:

Das zwingt doch ein paar weitere Fragen auf... Mich würden da mal ein paar mehr Details interessieren: - wie alt sind die mutmasslichen Täter? - wie kommen Kinder überhaupt darauf andere Kinder zu "sexuellen Handlungen" zu zwingen? Macht sich da mal jemand Gedanken dass diese Kinder das vielleicht irgendwo "abgeschaut" (oder schlimmstenfalls selber erfahren) haben? - wo ist denn sowas in einem Kindergarten möglich, ohne dass ein erwachsener mit im Raum ist??

Außerdem sollte man sich dringend um die betroffenen Kinder kümmern. Sie benötigen dringend psychologische Hilfe. Neben der für sie verstörenden Verhaltensweise der anderen Kinder ist jetzt auch die vertraute Kindertagesstätte geschlossen worden. Sicher werden sie Freunde vermissen und müssen sich an neue Personen in fremden Einrichtungen gewöhnen. Für all die kleinen Menschen eine wirklich traumatische Situation.

Ein anderer Aspekt der Geschichte - wir wissen nicht, was da wirklich passiert ist. Es ist eine Einrichtung der katholischen Kirche, die ja bekanntlich eine, sagen wir, nicht ganz normele Einstellung zum Thema Liebe und Sex hat. Ein anderer Webseitenleser des SWR schreibt dazu:

Da wird wieder ein Drama aus etwas gemacht, was in meiner Kindheit völlig normal war. Wir haben uns ausprobiert, angefasst und liebkost. Das alles ist völlig normal. Aber unsere obersten Moralapostel in Form von Polizei, Staatsanwaltschaft und Kirche müssen hier wieder ein Riesending draus machen, das bundesweit durch die Medien geht. Nicht die Kinder sind krank, liebe Leute...

Möglich, daß auch er Recht hat und ein unter Kindern eigentlich spielerisch normaler Vorgang unnötig aufgebauscht und durch die Presse gezogen wird, nur damit man mal wieder was berichten kann. Ein Wunder, daß dazu noch nichts in der Bildzeitung stand, aber das wird noch kommen, denke ich.

Im Vordergrund sollten jedoch jetzt in jedem Fall die betroffenen Kinder stehen. Man sollte dringend ermitteln, ob es sich um einen harmlosen Vorgeng unter Kindern handelte oder ob eines der Kinder einschlägige Erfahrungen gemacht hat und dringend aus diesem Umfald geholt werden muss. Die Frage nach der Einhaltung der Aufsichtpflicht durch das Kindergartenpersonals ist in meinen Augen zweitrangig.

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Clair
Autor: ClairWebsite: http://www.clairweb.deE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Webmaster und Blogger
Autor Info
Clair, geb. 1966, aufgewachsen in Sondershausen, lebt heute in Baden-Württemberg. Sie ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Hobbys sind Ahnenforschung und Fotografie, außerdem ist sie mit Leidenschaft Webmasterin und betreibt mehrere eigene Webprojekte.

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